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Vorratsdatenspeicherung vom Bundesverfassungsgericht gestoppt

Mittwoch, 3. März 2010 verfasst von Alexander Schell
Vorratsdatenspeicherung ist rechtswidrig

Vorratsdatenspeicherung ist rechtswidrig

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten in ihrer derzeitigen Form verfassungswidrig ist. Die bisher erhobenen Daten sind auf Anweisung der Richter unverzüglich zu löschen.

Im aktuellen Gesetz fehlen klare Regelungen bezĂĽglich der Datensicherheit und der Verwendung der erhobenen Daten. Des Weiteren ist das Gesetz nicht transparent genug. Ebenso unklar sind derzeit die Folgen bei einer Rechtsverletzung im Umgang mit den erhobenen Daten.

Grundsätzlich ist eine Speicherung der Telekommunikationsdaten möglich, allerdings nur bei einem dringenden Tatverdacht im besonders schweren Fall. Die Daten dürfen nur unter höchsten Sicherheitskriterien und unter Überwachung durch einen Beauftragten des Datenschutzbundes gespeichert werden.

Internetsperre ist vom Tisch

Freitag, 16. Oktober 2009 verfasst von Alexander Schell

Löschung statt Zugangssperre ist nun die Devise der Koalition. Kinderpornografische Seiten werden nun doch nicht blockiert. Stattdessen hat das Bundeskriminalamt nun ein Jahr Zeit, die Löschung der Domain zu erwirken. Ist nach dieser Frist keine Löschung erfolgt wird der Fortschritt geprüft. Sollte kein erkennbarer Fortschritt bezüglich einer Löschung sichtbar sein, werden nicht definierte Maßnahmen folgen.

Vermutlich wird das Zugangserschwerungsgesetz komplett gekippt werden. Die Parteien erhoffen sich einen höheren Erfolg bei der Entfernung entsprechender Seiten durch bessere Hotlines und zuvorkommenderen Service bei den ISPs (Internet Service Providern).

Ebenfalls ausgesetzt wurde die Vorratsdatenspeicherung. Lediglich die sechsmonatige Aufzeichnung der Benutzerdaten ist laut EU-Vorgabe pflicht. Der Zugriff auf diese Daten wird ebenso wie eine Onlinedurchsuchung erschwert. Bei der heimlichen Onlinedurchsuchung muss nun statt einem Amtsgerichtsbeschluss eine Anordnung der Bundesanwaltschaft erfolgen.