Artikel-Schlagworte: „Report“

Paid Content – Nein, Danke.

Montag, 17. August 2009 verfasst von Alexander Schell

Content- und Service-Anbieter wollen sich nun dem “Kostenlos-Internet” entgegenstellen. So kündigte auch Springer-Verlagschef Mathias Döpfner schon im Juni erste Paid-Content-Modelle an. Beispielsweise möchte der Verlag Apps für diverse Handymodelle, darunter auch das iPhone, bereitstellen. Darüber können die User Inhalte abrufen und diese auch direkt bezahlen.

Die Rechnung haben die Verlage jedoch ohne den Wirt gemacht. Laut einer aktuellen EU-Studie, dem Europe’s Digital Competitiveness Report, sind die User gar nicht bereit für Online-Inhalte zu zahlen. Lediglich 5 Prozent der europäischen Internetuser haben 2008 für Online-Inhalte bezahlt. Bei der Hauptzielgruppe der 16- bis 24-Jährigen waren es nur 2,5 Prozent.

Ob das geplante Freemium-Modell (ein Mix aus kostenlosen Inhalten und kostenpflichtigen Premium-Inhalten) von Springer die Nutzer anspricht, oder ob diese lediglich durch niedrigere Preise überzeugt werden können bleibt abzuwarten.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist es allemal, denn guter Journalismus und gute Leistungen haben Ihren Preis. Je länger dies verkannt wird, desto schneller sinkt die Qualität des Online-Contents. Denn selbst kostenloser Content wird nicht mehr konsumiert, wenn das Niveau unter einen gewissen Schwellenwert sinkt. Spätestens dann sollten die großen Verlage, Nachrichtenagenturen und Service-Anbieter ihre Alternativen positioniert haben.