Artikel-Schlagworte: „Paid Content“

Paid Content kostenlos

Montag, 1. Februar 2010 verfasst von Alexander Schell

Bereits im August 2009 haben wir über die damals bevorstehende Paid-Content-Offensive berichtet. Diese wurde nun von den Verlagen, allen voran Axel Springer, auch in die Tat umgesetzt. Allerdings gibt es für diese Bezahlangebote auch “Hintertürchen”.

Eines dieser “Hintertürchen” ist bei internetbewanderten Usern als “Deep Link” bekannt. Deep Links verweisen direkt auf die Inhaltsseiten, welche eigentlich nur gegen Gebühr bereit stehen. Des Weiteren bieten die Verlage die Inhalte auf ihren Mobilportalen auch kostenfrei an. Diese sind zumeist durch die Subdomain mobil.meinewebsite.de , statt www.meinewebsite.de erreichbar. Aber warum sind diese Seiten direkt abrufbar, wenn man die korrekte Internetadresse besitzt? Ganz einfach: wegen Google.

Würden die Verlage die Seiten komplett “abriegeln”, was technisch problemlos möglich ist, könnten die Suchmaschinen-Bots (Crawler genannt) die Inhalte nicht mehr indizieren. Die Inhalte wären somit im Internet nicht mehr aufzufinden. Also bleibt den Bots die Tür zu den Bezahlinhalten offen. Ein weiterer Weg an die Inhalte zu gelangen ist folglich, den User-Agent des eigenen Webbrowsers als Bot zu tarnen.

Den Verlagen ist ihre Abhängigkeit von Google, trotz aller Schelte gegen den Konzern, durchaus bewusst. Darum wird bewusst darauf Verzichtet, die Lücken zu schließen, da die Verlage hoffen, über diesen Weg flüchtige Leser der jeweiligen Artikel zu einem Abo zu bewegen oder zumindest von den Werbeinnahmen zu profitieren, welche durch die Besucher generiert werden. Ob die Rechnung aufgeht, darf bezweifelt werden.

Tagesschau-App sorgt weiter für Unruhe

Montag, 28. Dezember 2009 verfasst von Alexander Schell
Streitgrund: Kostenlose Tagesschau-App

Streitgrund: Kostenlose Tagesschau-App

Grund der Aufregung rund um die Tagesschau-App für das iPhone ist die Tatsache, dass die App kostenfrei angeboten wird.

Dies steht im Widerspruch zu den jüngst umgesetzten Paid-Content-Modellen mehrerer Verlage, darunter auch Axel Springer. Bereits einige Tage vor Weihnachten äußerten sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ) und der darin organisierte Axel Springer Verlag stark gegen die Tagesschau-App und sprachen unter anderem von “Wettbewerbsverzerrung”. Auch die Politik tat ihren Unmut über die Tagesschau-App kund.

Die ARD sieht das Produkt nicht als Konkurrenz, da sie Themen wie Sport oder Vermischtes gar nicht so detailliert angehe.

Liebe Verlage, Paid-Content funktioniert im Internet nicht. Das hat es nie und wird es nie, Umfragen belegen dies. Denkt lieber über alternative Vertriebsmodelle nach, anstatt eure Zeit mit einem Rundumschlag gegen Alles was mit Newspublishing zu tun hat zu vergeuden (wir erinnern uns an den Streit der Verlage gegen Google). Im Fernsehen und Radio (öffentlich rechtliche ausgenommen) funktioniert es doch auch.

Paid Content – Nein, Danke.

Montag, 17. August 2009 verfasst von Alexander Schell

Content- und Service-Anbieter wollen sich nun dem “Kostenlos-Internet” entgegenstellen. So kündigte auch Springer-Verlagschef Mathias Döpfner schon im Juni erste Paid-Content-Modelle an. Beispielsweise möchte der Verlag Apps für diverse Handymodelle, darunter auch das iPhone, bereitstellen. Darüber können die User Inhalte abrufen und diese auch direkt bezahlen.

Die Rechnung haben die Verlage jedoch ohne den Wirt gemacht. Laut einer aktuellen EU-Studie, dem Europe’s Digital Competitiveness Report, sind die User gar nicht bereit für Online-Inhalte zu zahlen. Lediglich 5 Prozent der europäischen Internetuser haben 2008 für Online-Inhalte bezahlt. Bei der Hauptzielgruppe der 16- bis 24-Jährigen waren es nur 2,5 Prozent.

Ob das geplante Freemium-Modell (ein Mix aus kostenlosen Inhalten und kostenpflichtigen Premium-Inhalten) von Springer die Nutzer anspricht, oder ob diese lediglich durch niedrigere Preise überzeugt werden können bleibt abzuwarten.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist es allemal, denn guter Journalismus und gute Leistungen haben Ihren Preis. Je länger dies verkannt wird, desto schneller sinkt die Qualität des Online-Contents. Denn selbst kostenloser Content wird nicht mehr konsumiert, wenn das Niveau unter einen gewissen Schwellenwert sinkt. Spätestens dann sollten die großen Verlage, Nachrichtenagenturen und Service-Anbieter ihre Alternativen positioniert haben.